Von der Osterliebe, Veränderungen und der Feuerwehr.

Fast zwei Jahre ist es her, seit ich in (na, eigentlich vor) der Villa Gückelsberg die Hochzeit von Jenny und Wolf fotografiert habe. Dies war damals mein erster Auftrag als Hochzeitsfotografin. Vor einigen Wochen war ich wieder dort und habe eine wundervolle Osterhochzeit fotografiert. Der Kreis schließt sich.
Mir kommt es vor, als wär die Hochzeit von Jenny und Wolf erst letzte Woche gewesen. Doch die Zeit vergeht bekanntlich schneller als man denkt, und das wurde mir neulich bei der Villa Gückelsberg wieder einmal bewusst. Statt des Damms, auf dem 2014 Wolf seiner Tochter die im Fluss treibenden Baumsamen zeigte, die die Gäste vorher hineingeworfen hatten, steht dort nun eine kleine Mauer. Und zwischen den Häuserruinen, wo Jenny und Wolf vor zwei Jahren noch vorsichtig durch Gestrüpp und Schutt wateten, ist nun alles frei geräumt – nicht mal eine Spinnwebe ist noch zu sehen! 😉

Auch ich habe mich geändert in dieser Zeit. Anderthalb Jahre Selbstständigkeit gehen nicht spurlos an einem vorüber und ich kann heute aufrichtig behaupten, dass ich froh bin, diesen Schritt damals gewagt zu haben. Die vielen lieben Menschen, die ich kennenlernen durfte, der Erfahrungsschatz, den ich gesammelt habe, die Erlebnisse, die kleinen und großen Momente, die Höhen und Tiefen und nicht zuletzt eine mich erfüllende Arbeit – all dies hat mich geformt und mich verändert. Ich bin heute nicht mehr dieselbe, wie vor zwei Jahren. Und darum wird es Zeit, dass dies auch im Erscheinungsbild von mArt nowo Ausdruck findet. Jawoll! Alles wird neu dieses Jahr: Neues Logo, neue Homepage, neue Webpräsenz(en) und natürlich jede Menge neue Fotos. Es wird spannend! Und ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.

Aber nun zurück zu der Osterhochzeit von Marlen und Thomas. Wir hatten mal wieder Glück mit dem Wetter, denn die Sonne schien. Im Frühjahr steht sie zwar – für Fotografen eigentlich sehr ungünstig – noch sehr niedrig und sorgt für ein sehr scharfes Licht und tiefe Schatten. Doch ich mag Herausforderungen und ich bin der Meinung, dass sich Nachteile auch als Vorteile nutzen lassen. So kam es an diesem Tag zu einigen sehr schönen Gegenlichtaufnahmen mit interessanten Reflektionen.
Die Trauung fand in einem kleinen, familiären Rahmen statt. Alle warteten gespannt auf die Ankunft der Braut. Als sie zu gefühlvoller Klaviermusik um die Ecke bog und neugierig zu ihrem Zukünftigen spähte, dauerte es nicht mehr lange, bis die ersten Tränen flossen. Zum Glück waren genügend „Freudentränensammler“ ausgelegt.. 😉
Wie auch schon bei Jenny und Wolf war wieder die Standesbeamtin Martina Hartwig vor Ort, die wie immer eine wundervolle und sehr persönliche Rede hielt.
Nach einer emotionsgeladenen halben Stunde begleiteten wir das Brautpaar nach draußen vor die Villa, wo bereits weitere Gäste und eine Limousine das Brautpaar zum feierlichen Sektempfang erwarteten.

Während des anschließenden Brautpaarshootings wurden wir von mehreren Feuerwehrfahrzeugen überrascht, die nach hinten zu den Ruinen fuhren, in denen wir den zweiten Teil der Fotosession abhalten wollten.. Doch es war kein Rauch zu sehen, die LKWs fuhren auch relativ bald wieder ab, und später erfuhren wir, dass es sich glücklicherweise nur um einen Übungseinsatz gehandelt hatte…

Zum Schluss setzten sich beide in die Limousine und – wie es sich für den perfekten Abschluss einer romantischen Hochzeit gehört – fuhren gen Sonnenuntergang… 🙂

Eure Marta

PS.: Mehr Fotos gibt es wie immer hier auf meiner Facebook-Seite.

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Dezembermärchen

Ich weiß nicht, wie es anderen Hochzeitsfotografen geht, aber seit ich diesem Beruf nachgehe, erlebe ich die Jahreszeiten viel intensiver: Im Frühjahr geht plötzlich ein emsiges Treiben los – überall spürt man die Vorfreude auf eine neue Saison der Ja-Worte, der lachenden Gesichter und glücklichen Tränen und der Partystimmung, im Sommer dann „nur am (Hochzeits-)Feiern“, im Herbst wird es dann ruhiger mit den Aufträgen, und im Winter könnte man sich theoretisch auch in eine Höhle zurückziehen und Winterschlaf halten… 😉

Winterhochzeiten sind eher rar und dadurch schon etwas außergewöhnlich. Deshalb freute ich mich sehr, als mich Katharina und Tobias letztes Jahr für ihre Dezemberhochzeit buchten. Noch dazu sollte das Brautpaarshooting in einer wildromantischen Kirchenruine in der Nähe von Leipzig stattfinden – ein Geheimtipp, den ich sicher noch öfter nutzen werde. 🙂

An einem für Dezember-Verhältnisse recht warmen Samstag trafen wir uns dann an der atemberaubenden Kulisse für die Fotosession – vor der Hochzeit, was sich als recht praktisch erwies, denn so konnten wir noch das Tageslicht nutzen, und die Feier konnte ganz stressfrei direkt im Anschluss an die Trauung stattfinden, ohne dass das Brautpaar erst noch das Fotoshooting absolvieren musste.

Dank der milden Temperaturen brauchte Katharina keinen Mantel drüberziehen, und so kam ihr stilvolles 20er-Jahre-Outfit voll zur Geltung: Ein elegantes weißes Kleid mit Stola im Pelz-Look, passende fingerlose Handschuhe, im gelockten, kunstvoll hochgesteckten Haar ein Netzschleier und der Brautstrauß in kühlen Winterfarben mit weißen Federn. Tobias trug den klassischen Anzug in Schwarz mit Ansteckblume.

Für das Brautpaarshooting hatten wir uns eigentlich Schnee erhofft. Doch mit ein wenig Kunstschnee und der Hilfe meiner provisorisch eingesetzten Assistentin (danke, Lena!) gelangen uns dennoch ein paar „verschneite“ Aufnahmen. Und das Ambiente wirkte ohnehin so märchenhaft, dass die Bilder auch ohne Schnee sehr stimmungsvoll wurden.

Nach der Fotosession fuhren wir zur Kirche, in der sich Katharina und Tobias vor den beeindruckenden Buntglasfenstern das Ja-Wort gaben. Danach wurde bis in die Nacht hinein zu den Klängen der „Irish Sheep Folk“-Band Hillarious ausgelassen gefeiert…

Ich freue mich sehr, dass ich die Hochzeit von Katharina und Tobias fotografisch begleiten durfte, denn es war ein wundervoller Tag mit vielen inspirierenden Eindrücken.
Wie immer gibt es dazu hier im Blog einige fotografische Kostproben. Auf meiner facebook-Seite könnt ihr euch ein ganzes Fotoalbum voll mit Bildern der Hochzeit anschauen. 🙂

Eure Marta

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Sommerhochgenuss im Doppelpack

Ein wunderschönes Wochenende liegt hinter mir. Als Haus- und Hoffotografin von Frau Lehmann war ich bisher eher in kleinen Kneipen in Leipzig und Halle unterwegs. Doch so langsam expandiert ihr musikalisches Projekt, und so hieß es dieses Wochenende: Niedersachsen und irgendwo in Sachsen. Nicht Leipzig.

Die Rede ist hier vom Sommerhopp – einem Festival in der Nähe von Hannover, welches dieses Jahr zum 15. Mal stattfand. Und von der Lebenstraum Gemeinschaft Jahnishausen – einer Lebensgemeinschaft in der Nähe von Riesa, die zum Träumen einlädt.
Aber zunächst zum Sommerhopp… Die Fahrt dahin hatte statt drei viereinhalb Stunden gebraucht (inklusive einem Reh, das zum Glück keine Bekanntschaft mit unserer Motorhaube gemacht hat). Aber machte nichts an diesem sonnigen Tag und inmitten von herrlichen Wildblumenfeldern. 🙂 Auf dem Festivalgelände angekommen, wurde schnell klar, warum sich das Sommerhopp „Mitmach-Festival“ nennt: In der Scheune wurde gewerkelt, unter einem Baum getrommelt, Volleyball gespielt, auf den vielen Klettergelegenheiten – nun, geklettert etc. etc. Meine Schwester gab den Auftakt zur musikalischen Seite des Festivals, und diesmal war auch ich mal kurz auf der und nicht ringsherum um die Bühne, als Backgroundsängerin. Den Abend ließen wir dann noch gemütlich mit einem Indian Pale Ale und einem leckeren Reisgericht am Lagerfeuer im Licht des Vollmondes ausklingen, bevor es wieder nachhause ging.

Samstag dann fuhren wir zur Lebenstraum Gemeinschaft Jahnishausen. Frau Lehmann sollte hier den krönenden Abschluss zum einwöchigen Sommercamp geben. Nach dem gemeinschaftlichen Abendbrot und einer Führung durch das Schloss Jahnishausen ging es auch schon los. Gespannt lauschte das Publikum den Geschichten der Sängerin. Aus einem Hut zogen die Gäste Kärtchen mit Songtiteln, und so entschied das Los, welches Lied als nächstes kam. Frau Lehmanns Musik wurde mit Begeisterung aufgenommen, und auch wir ließen uns von der liebevollen Atmosphäre in der Lebensgemeinschaft und der Natur um uns herum inspirieren. Ich bin mir sicher, wir waren nicht zum letzten Mal da. 🙂

Nun, was meine Zusammenarbeit mit Frau Lehmann betrifft, bleibt es spannend. Das Thema Backgroundsängerin werden wir höchstwahrscheinlich weiter erarbeiten, und das erste Musikvideo ist auch schon in Planung. Dann gibt es also auch mal Bewegtbild von mArt nowo, was mich ganz besonders freut, denn auf längere Sicht möchte ich mit meiner Firma in diese Richtung steuern.

Bis zum nächsten Beitrag 🙂
Eure Marta

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Frau im Walde

Der beste Blogger der Welt? Na, ich wohl eher nicht. Jedenfalls noch nicht – denn ich gelobe Besserung! Das mit der Regelmäßigkeit und bloggen bei mir hat noch Potential nach oben…
In der Werbebranche wird nicht umsonst gewitzelt: Die Grafiker (/Fotografen) sind keine guten Texter und die Texter habens mit Bildern nicht so. 🙂

Aber: Nun ist es wieder so weit. Und ich möchte euch eine Fotosession präsentieren, an die ich mich gerne zurück erinnere. Ich war mal wieder mit Frau Lehmann unterwegs. Ich bin ja quasi ihre Haus- und Hoffotografin.
Diesmal hatte sie ihre Lampe dabei, die sonst immer nur als Bühnenrequisit still in der Ecke stehen muss (wenn es eine freie Steckdose gibt, darf sie sogar leuchten). Und dann ging es quer durch Leipzig. An insgesamt 4 Locations (S-Bahnhof Plagwitz, Kulkwitzer See, Bayerischer Bahnhof und natürlich im Park) holten wir Lampe und Kamera hervor. Dabei ist eine interessante und vielseitige Fotoserie entstanden, die sicher noch ihre Fortsetzung finden wird.
Wieder einmal bewährte sich das Prinzip: Einfach losziehen und Augen offen halten. Am Kulkwitzer See fanden wir per Zufall einen Kinderspielplatz mit Kletterholzschiff und Kletterwagen, die sich geradezu als Fotomotiv aufdrängten. Im Park war der ganze Boden mit Bärlauch übersäht, was den Parkfotos eine sehr eigene und schöne Atmosphäre verleiht.

Nun, schaut doch einfach selbst. Noch mehr Bilder und ein paar gifs dieser Fotoserie gibt es in meiner tumblr. Galerie, natürlich auf facebook und auf meiner Homepage in groß zu sehen.

Bis zum nächsten Blogeintrag 🙂
Eure Marta

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Sommergedanken

Ich dacht mir, während Väterchen Frost uns momentan kalte Füße beschert, pack ich mal ein paar Erinnerungsstücke aus dem vergangenen Sommer aus. So bleibt doch wenigstens das Herz warm 🙂

Die Hochzeit von Jenny & Wolf werd ich so schnell nicht vergessen und jeder, der es miterlebt hat, wohl ebenso wenig. Es war das erste Mal, dass sich ein Brautpaar vor und nicht in der Villa Gückelsberg das Ja-Wort gab – die Vorschrift „in geschlossenem Raum“ wurde erst kurz vorher etwas gelockert. So konnte eine wunderschöne Hochzeitsfeier unter freiem Himmel realisiert werden …

Als die Familie im „Hochzeitsgarten“ eintraf, wusste sie zunächst nichts von der bevorstehenden Trauung. Beim Anblick des weiß geschmückten Pavillons jedoch ahnten es bereits alle. Die Überraschung war gelungen. Einige Minuten später traten Jenny & Wolf zu stimmungvoller mittelalterlicher Musik den Gang über die Wiese an. Jenny – mit Blumenkranz im Haar – trug ein langes, grünes, keltisch anmutendes Kleid. Wolf war in bequemes Leinen gekleidet. Bei diesem Auftakt blieb kein Auge trocken.

Das Ja-Wort gaben sich Jenny & Wolf barfuß auf der Wiese unter dem Pavillon. Statt Ringe zu tauschen, warfen alle Gäste Baumsamen in den Fluss. Eine schöne Idee, wie ich finde. 🙂 Danach gab es Picknick unterm Baum, mit einer alten Holztür als „Tisch“. Zum Schluss durfte ich das Brautpaar noch für ein „kleines“ Fotoshooting entführen, bevor alle in Hochstimmung die Heimfahrt antraten.

Ich hätte jetzt am liebsten einen ellenlangen Bericht geschrieben, so schön romantisch, wie der ganze Tag war. Aber das würde den Rahmen dieses Blogs wohl doch etwas sprengen. Schaut euch doch einfach die Fotos hier auf meiner facebookpage an. Sie fangen sowieso die besondere Stimmung viel besser ein. :o)

Eure Marta

Liebe3

Liebe2

rückvorausblick

Es ist fast Dezember. Davon zeugt nicht nur der Blick auf den Kalender, sondern auch langsam das Thermometer. Bevor der richtige Weihnachtstrubel los geht (wie ironisch, dass ein Fest der Einkehr heutzutage vor allem mit  Stressundviellosunddasnocherledigenunddasmussichnochkaufen assoziiert wird) möchte ich hier mit meinem ersten Post auf mein Jahr zurückblicken, bevor ich mich der Zukunft zuwende.

Ich weiß nicht, wie es euch ging, aber mein Jahr war ziemlich… turbulent und nervenaufreibend. Die vielen Widerstände, Ärgernisse und einfach Dinge, die nicht klappen wollten, haben mich ein ganzes Stück Geduld gelehrt. Es lässt sich nicht immer alles übers Knie brechen. Je mehr man es versucht, desto mehr schadet man
nur seinem eigenen Knie. Und dieser Grundsatz gilt vor allem für einen Lebensrichtungswechsel, wie ich ihn vollzogen habe. Vor einem Jahr saß ich noch ziemlich deprimiert am Bodensee, feststeckend in einem abhängigen Job als Grafikerin, der mich nicht glücklich und auch nicht reich machte. Jetzt laufe ich im 700 km entfernten, kulturell pulsierenden Leipzig durch die Straßen und Gassen, frei als selbstständige Fotografin, Grafikerin und Übersetzerin. Immernoch nicht reich, aber doch ein ganzes Stück glücklicher, denn ich realisiere meinen Herzenswunsch, lebe meine Kreativität mit der Fotografie aus und lerne interessante Menschen und Geschichten kennen. Dafür nehme ich gerne anfängliche Turbulenzen in Kauf!

Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf das neue Jahr. Habe ich eine Mission?
Ja, allerdings. Ich möchte mehr Gefühl in die Fotografie bringen. Emotionen. Persönlichkeiten entdecken. Geschichten erzählen. In den letzten Jahren beobachte ich mit einer gewissen Enttäuschung, wie sich in der Fotoszene alles nur noch
um Technik dreht und die Bilder immer steriler, ausdrucksloser werden. Es gibt Ausnahmen und diese Fraktion möchte ich mit meinen Werken stärken. Leute, es darf wieder gefühlt werden! 🙂

Und apropos Gefühle.. eine ganze Bandbreite ebendieser findet man in den Liedern von Frau Lehmann, ihres Zeichens Singer-Songwriterin aus Leipzig und meine Schwester. Sie begleitet auch Hochzeiten musikalisch und aus dem Grund gibt es natürlich einen „Schwestern-Rabatt“, wenn man uns gemeinsam bucht – also Fotos by mArt nowo und Musik by Frau Lehmann. Zwei Kreativlinge mit einer Klappe sozusagen.

FrauLehmann